Tag der kyrillischen Schrift (24.05.2017)

24.Mai 2017 Sven Behring

Am 24. Mai wird alljährlich der Tag der kyrillischen Schrift gefeiert. In Bulgarien, Mazedonien und Teilen Russlands ist dieser Tag ein wichtiger Gedenktag in Erinnerung an die Brüder Kyrill und Method von Saloniki, die als Urheber der kyrillischen Schrift gelten. In Bulgarien ist der 24.05. als „Tag des bulgarischen Alphabets“ sogar offizieller Feiertag.

Das kyrillische Alphabet ähnelt unserem lateinischen Alphabet.

Der Tag wird begleitet von Gottesdiensten und Blumenniederlegungen vor der Nationalbibliothek. Die kyrillische Schrift findet man heute in vielen slawischen Sprachen vor. Am weitesten verbreitet ist dabei die russische Sprache.

Geschichte und historische Bedeutung

Das kyrillische Alphabet wurde im Bulgarien des späten 9. Jahrhunderts entworfen und entstand am Hofe von Simeon dem Großen, dem Zaren des Bulgarischen Reichs. Dazu gehörten große Teile der heutigen Ukraine, Serbiens, Rumäniens, Kroatiens, Russlands und Moldawiens.

Der slawische Lehrer Konstantin entwickelte um 862 die glagolitische Schrift. Konstantin nahm später den Namen Kyrill an. Die Zeichen seiner Schrift wurden einer neuen Schrift zugrunde gelegt, die später in Anlehnung an Kyrill als kyrillische Schrift bekannt wurde. Sie unterscheidet sich von der ursprünglichen glagolitischen Schrift, entwickelte jedoch eine hohe Bedeutung am bulgarischen Hof. Slawische Sprachen konnten mit der Schrift auf einfache Weise zu Papier gebracht werden. Dies wurde insbesondere für Bibelübersetzungen genutzt, die eine wichtige Voraussetzung für die christlichen Missionierungsabsichten waren.

Die ursprüngliche kyrillische Schrift kannte einige Zeichen, die heute keine Verwendung mehr finden. Sie erfuhr im Verlaufe der Geschichte mehrere Reformen, so um 1700 unter Peter dem Großen, der die Schrift in Russland stärker an das lateinische Schriftbild anpassen ließ. Durch seinen Einfluss fand die reformierte Schrift auch in umliegenden Regionen schnell Verbreitung. Eine weitere Vereinfachung fand im Rahmen der russischen Rechtschreibreform im Jahre 1918 statt. Dabei wurde das kyrillische Alphabet um einige nicht mehr benötigte Schriftzeichen erleichtert.

Schriftbild und Abgrenzung zur lateinischen Schrift

Das kyrillische Schriftbild ist gekennzeichnet von nur wenigen Ober- und Unterlängen. Im Vergleich zur lateinischen Schrift ergibt sich daher ein gleichmäßigeres Schriftbild. Das kyrillische Alphabet beinhaltet einige vertraute Buchstaben. Andere ähneln lateinischen Buchstaben, während sie jedoch in ihrer Bedeutung davon abweichen. Ebenso gibt es vergleichbare Buchstaben, die sich aber marginal in der Form unterscheiden. Schließlich beinhaltet das kyrillische Alphabet auch Buchstaben, die im lateinischen Schriftbild unbekannt sind.

Heutiger Stellenwert und Verbreitung

Die kyrillische Schrift findet Verwendung in etlichen Sprachen in Europa und Asien, insbesondere im slawischen Sprachraum. Heutige Sprachen, die in kyrillischen Buchstaben gefasst sind, umfassen Russisch, Weißrussisch, Bulgarisch, Ukrainisch, Mazedonisch und Serbisch. Auch das modernere Kirchenslawisch basiert auf dem kyrillischen Alphabet. Verschiedene Sprachen der Turkvölker in Zentralasien und im Kaukasus verwenden ebenso kyrillische Buchstaben. Hierbei zeigen sich nur geringe Unterschiede zwischen den verschiedenen Sprachen – in Form von Sonderzeichen. Beherrscht man die kyrillische Schriftsprache oder spricht eine slawische Sprache, kann man theoretisch mit nur geringem Aufwand eine weitere slawische Sprache lernen.

Bewerben Sie sich gerne als Übersetzer bei tolingo, falls Sie eine slawische sowie die deutsche Sprache beherrschen, Muttersprachler in einer der beiden Sprachen sind und als Übersetzer qualifiziert sind.

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